Dem Ingeniör ist nichts zu schwör

Eine Erfindung von Daniel Düsentrieb ist endlich marktreif

Das amerikanische Unternehmen Ryno-Motors entwickelt seit einigen Jahren futuristisch anmutende Motorräder mit nur einem Rad.
 

 


Damit setzten die Ingenieure eine Idee in die Tat um, die der berühmte Erfinden Daniel Düsentrieb aus Entenhausen bereits Anfang der 1950er Jahre in verschiedenen Publikationen der Walt Disney Company veröffentlicht hat.

 

 

Daniel Düsentrieb hat sich um die Entwicklung von modernen Fortbewegung verdient gemacht; seine Einrad-Erfindung ist der Höhepunkt von langjährigen Experimenten, von der das amerikanische Disney-Archiv vor kurzem einige Beispiele veröffentlichte.

 



Das Düsentrieb-Rad wird schon bald den traditionellen PKW ablösen, der wegen seines Schadstoffausstoßes immer wieder Feinstaubalarm in der Millionenstadt auslöst der und wegen der Gefahren bei aggressiver Nutzung in Verruf gekommen ist.

 

 


Es gibt die leichten Motorräder mittlerweile in zwei Versionen. Die größere verfügt über einen Sitz, die kleinere wird zwischen die Beine geklemmt und ähnelt einem einachsigen Segway-Motorrad.

 



An der technischen Umsetzung dieser Ingenieur-Idee wird übrigens schon sein Anfang des 20. Jahrhunderts gearbeitet.

 

 


Ein Vordenker dieser Technologie des 20. und 21. Jahrhunderts war der Berliner Ingenieur und Dichter Heinrich Seidel

 

Heinrich Seidel
Dem Ingenieur ist nichts zu schwere -
Er lacht und spricht: "Wenn dieses nicht, so geht doch das!"
Er überbrückt die Flüsse und die Meere,
Die Berge unverfroren zu durchbohren ist ihm Spaß.
Er türmt die Bogen in die Luft,
Er wühlt als Maulwurf in der Gruft,
Kein Hindernis ist ihm zu groß -
Er geht drauf los!

Den Riesen macht er sich zum Knechte,
Dess' wilder Mut, durch Feuersglut aus Wasserflut befreit,
Zum Segen wird dem menschlichen Geschlechte -
Und ruhlos schafft mit Riesenkraft am Werk der neuen Zeit.
Er fängt den Blitz und schickt ihn fort
Mit schnellem Wort von Ort zu Ort,
Von Pol zu Pol im Augenblick
Am Eisenstrick!

Was heut' sich regt mit hunderttausend Rädern,
In Lüften schwebt, in Grüften gräbt und stampft und dampft und glüht,
Was sich bewegt mit Riemen und mit Federn,
Und Lasten hebt, ohn' Rasten webt und locht und pocht und sprüht,
Was durch die Länder donnernd saust
Und durch die fernen Meere braust,
Das alles schafft und noch viel mehr
Der Ingenieur!

Die Ingenieure sollen leben!
In ihnen kreist der wahre Geist der allerneusten Zeit!
Dem Fortschritt ist ihr Herz ergeben,
Dem Frieden ist hienieden ihre Kraft und Zeit geweiht.
Der Arbeit Segen fort und fort,
Ihn breitet aus von Ort zu Ort,
Von Land zu Land, von Meer zu Meer -
Der Ingenieur!

 

Heinrich Seidel (1842-1906) war zunächst in Berlin als Ingenieur tätig; dort entwarf er unter anderem die damals in Europa einmalige Hallenkonstruktion des Anhalter Bahnhofs mit einer Spannweite von 62,5 Metern. 1880 gab er den Ingenieurberuf auf, lebte als freier Schriftsteller und schilderte in idyllischen Erzählungen das bürgerlichen Leben seiner Zeit. Sein Motto war der berühmte Spruch "Dem Ingenieur ist nichts zu schwer".

Dr. Erika Fuchs wandelte ihn bei ihrer Übersetzung von Walt Disneys Daniel-Düsentrieb-Geschichten zu dem Ausruf „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ ab.
 

 


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