Handschriften

 

H1: 3 Seiten (SHLB); Februar/März 1838 niedergeschrieben

Schneewittchen/ Prolog/ I Scene; Scene II

H1 ist ein Teil eines Manuskripts, aus dem Storm Ostern 1838 in Hamburg Bertha von Buchan vorgelesen hat. Im Februar 1845 bereitet er einen Text mit der mit der Überschrift Schneewittchen. Eine Märchen-Scene für die Veröffentlichung im „Volksbuch auf das Jahr 1846 für die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg“ vor. Das Manuskript, das als Vorlage für den Erstdruck diente, ist nicht erhalten. Die veröffentlichte Szene beschreibt die Ankunft Schneewittchens bei den sieben Zwergen. Sie entstand zusammen mit der im Manuskript skizzierten Szene im Schloss der Königin und wurde für den Druck nicht berücksichtigt.

Meine Datierung der erhaltenen Handschrift und der Vorlage für die gedruckte Szene im „Volksbuch“ auf den Winter 1838 geht von der aggressiven Gestaltung der Stiefmutter und der Formung Schneewittchens nach dem Imago Berthas aus und berücksichtigt, dass Theodor im Februar 1845 bereits mit Constanze Esmarch verlobt war und dass zu diesem Zeitpunkt eine solche Erotisierung eines Kindes nicht mehr zu seinem lyrischem Konzept passte.

 

H2: Scene II zu Schneewittchen, 2 Seiten in: Neues Liederbuch, Bl. 48, SHLB; im Herbst 1865 eingetragen

Die Anregung, sich erneut mit „Schneewittchen“ zu beschäftigen, kam von der preußischen Kronprinzessin Viktoria, die den Dichter am 10. September 1865 während einer Matinee im Hause der Sängerin Pauline Viardot-Garcia in Baden-Baden ansprach und ihn bat, „dieses Märchenspiel doch ein wenig weiter auszuführen – die Kinder wollten es zum Geburtstag des alten Kaisers Wilhelm aufführen“. (Gertrud Storm, Brief an Franz Bauer vom 3. September 1931.) Storm schrieb die Szene nach dem Manuskript (H1) nach seiner Rückkehr von der Reise nach Husum im Herbst 1865 nieder.