Salzburg

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Im Stall standen außer einem Reitpferd 2 Paar auserlesene Luxuspferde, die nichts zu thun hatten, als uns spazieren zu fahren. Nie bin ich auf einem Wagen so geflogen, wie dort mit den beiden ungarischen Schimmeln. So fuhren wir denn, wenn gut Wetter war fast immer, entweder in die schöne Umgegend, oder doch nach Salzburg hinein, wo der Wagen uns an irgend einem Thor erwartete, während wir die Stadt die sehr merkwürdig ist, die bischöfliche Residenz, die Feste Hohensalzburg, den Petrikirchhof oder die Kirchen besahen, wobei mein Gastfreund Schindler (Julius v. d. Traun des Hausbuchs) ein ausgezeichneter Cicerone war, da er nicht nur über alle diese Dinge eingehende historische Studien gemacht hat, sondern vor ihm auch alle Schlösser sprangen. Nachher gingen wir dann auch wohl in einen Felsen-Biergarten oder in den interessanten Petrikeller zur entsprechenden Erquickung.

Theodor Storm an Ernst Esmarch, Brief vom 19.10.1872.

 

 

Salzburg, das alte Juvavum, Hauptstadt des früheren Erzstifts Salzburg, des reichsten und wichtigsten Hochstifts Süddeutschlands, das 1802 säkularisiert und zum weltlichen Kur-Fürstentum gemacht wurde, 1805 an Österreich, 1810 an Bayern, 1814 wieder an Österreich kam, ist jetzt Sitz eines Fürst-Erzbischofs (18,500 Einwohner). Mit Salzburg und seinen Umgebungen kann sich in Schönheit der Lage kaum eine andere deutsche Stadt messen. An beiden Ufern der Salzach dehnt sich die in ihren neueren Theilen saubere Stadt aus, am 1. Ufer von dem steilen Festungs- und Mönchsberg eingeschlossen, während der Stadtteil am rechten Ufer sich an den Capuzinerberg anlehnt; beide durch drei Brücken über die Salzach verbunden, deren grauweißes Gletscherwasser in einem breiten, im (Sommer teilweise trocknen Kiesbett der bayrischen Ebene und dem Inn zueilt. Häufige Feuersbrünste haben von älteren Gebäuden wenig übriggelassen. Alle Bauten von einiger Bedeutung sind unter den prachtliebenden Fürstbischöfen des 17. u. 18. Jahrhunderts aufgeführt. Die Häuser mit ihren flachen Dächern, die Marmorbauten, die zahlreichen Brunnen erinnern an Italien, woher die Fürstbischöfe auch ihre Baumeister kommen ließen. In manchen Häusern haben die einzelnen Stockwerke verschiedene Eigentümer.

 

 

Der steigende Verkehr hat in neuester Zeit eine Erweiterung der Stadt notwendig gemacht: zu beiden Seiten unterhalb der Stadtbrücke sind große Quais aufgeführt, die sich bis zum Eisenbahndamm hinziehen, mit schönen Plätzen, Promenaden und Neubauten.

 

 

Auf dem linken Ufer befindet sich der ältere Stadtteil, Mittelpunkt desselben ist der Residenzplatz mit dem ansehnlichen Residenzschloss, 1592 aufgeführt; gegenüber der Neubau (Regierungsgebäude, darin permanente Kunstausstellung und das Post- und Telegraphen-Bureau), fast 100 Jahre später vollendet, von einem Türmchen überragt, in welchem um 7, 11 und 6 U. ein Glockenspiel seine Weise je 3mal repetiert, die in jedem Monat erneuert wird, davor die Hauptwache. An der Südseite die Domkirche, 1614 bis 1628 nach dem Muster der Peterskirche zu Rom von Santino Solari erbaut, mit wertlosen Gemälden und Stuckarbeiten; in der Kapelle neben dem Eingang ein Taufbecken aus Erzguss von 1321. 1859 brannten Dach und Kuppel ab, woher die Beschädigung der Fresken an der Decke. Auf dem Domplatz, Westseite des Doms, eine Mariensäule, Bleiguss von Hagenauer (1772).

Der Hofbrunnen, 1664 von Anton Dario ausgeführt, 14 m. hoch, in der Mitte des Residenzplatzes, besteht aus 3 Abtheilungen, unten 4 Flusspferde, je aus einem Marmorblock gearbeitet, ebenso die Atlanten; oben spritzt ein Triton den Wasserstrahl aus einem Hörn über 2½ m. hoch.

 

 

Auf dem angrenzenden Mozartplatz Mozart's Standbild von Schwanthaler, in Erz, 1842 errichtet. Des Meisters (geb. 1756, † 1791) Geburtshaus ist in der Getreidegasse, der Krone schräg gegenüber, durch eine Aufschrift bezeichnet; ebenso sein Wohnhaus am Hannibal-Platz. – Das Mozarteum, eine Stiftung zur Ausbildung junger Musiker, besitzt eine wertvolle Sammlung Mozart'scher Handschriften, des Meisters Concertflügel etc.; Eintritt Nachmittags 2-3 Uhr.

 

 

An der Südseite der Domkirche, am Capitelplatz, ist eine Pferdeschwemme, die Capitelschwemme aus Marmor: „Princepts Leopoldus me Exstrvxit“ (1732). Auf dem Capitelplatze links die neu in Stand gesetzte Residenz des Fürsterzbischofs, bis 1864 im Mirabellschlosse.

Rechts in der Nähe der Eingang zum Leichenhof St. Peter, dem ältesten in Salzburg, an die Nagelflue-Wand [Nagelfluh ist ein eiszeitliches Konglomeratgestein, das schon von den Römern verwendet wurde (Meilensteine) und unter anderem im Mönchsberg vorkommt.] Interessant sind die Zellen in der steilen Felswand und die daran gehefteten Capellen (Maximus- und Gertrauden-Capelle) aus der Zeit der Gründung durch den heiligen Rupert um 582. Die in der Mitte des Friedhofs stehende 1485 erbaute spätgotische Margarethenkirche wurde 1864 innen und außen stilgerecht restauriert und alle Grabsteine (des 15. Jahrhunderts) in der Aufstellung symmetrisch geordnet und umgelegt. Unter den modernen Monumenten des Friedhofs das Grabdenkmal der polnischen Gräfin Lanckoronska († 1839) von Schwanthaler. In der letzten nördlichen Gruft der Arcaden ruht der Tonsetzer Michael Haydn († 1806). In der, den Leichenhof nördlich abschließenden Stiftskirche St. Peter, einer romanischen Basilica, 1127 erbaut, ist ihm (5. Capelle des nördlichen Seitenschiffs) ein geschmackloses Denkmal errichtet, neben einem Denkstein des hier geborenen Ritters Neukomm (ebenfalls Componist) und der Baronesse Sonnenburg, Mozart's Schwester; an einem Pfeiler gegenüber das sehr alte Grabmal des heiligen Rupertus; 1inks neben dem Eingang das große Grabmal von rotem Marmor eines Ritters von Raitenau († 1593). Auch Johann Staupitz († 1524), der Freund und Gönner Luther's, ist hier begraben; sein Denkstein befindet sich in der Mitte der St. Veits-Capelle. Auch sonst alte Grabdenkmäler, zu besichtigen, wenn die Kirche gerade geöffnet ist. Führer durchaus entbehrlich. Das Benedictinerstift St. Peter besitzt eine ansehnliche Bibliothek mit Inkunabeln und alten Handschriften, eine sehr merkwürdige Schatzkammer und reiches Archiv. Im Stiftskeller, am nördlichen Ausgang des Leichenhofs, guter Wein. In dem Haydnstübchen daselbst pflegte Haydn seinen Abendwein in fröhlicher Gesellschaft zu nehmen.

 

 

Theodor Josef Ethofer: Der Stieglkeller in Salzburg 1910

 

Ganz nahe die Franciscaner-Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit zwei schönen romanischen Portalen und zierlichem Thurm. Im Innern Basilika im Übergangsstil mit zopfigen Zutaten und einem eigentümlichen sechseckigen, von Säulen getragenen Chor (Ende des 15. Jahrhunderts).

Der ehemalige fürstliche Marstall in der Nähe, jetzt Cavallerie-Caserne, mit der Sommer-Reitschule, ein in den Felsen des Mönchsbergs 1693 eingehauenes Amphitheater mit 3 Reihen Gallerien, und der Winter-Reitschule, worin als Deckengemälde ein Turnier, 1690 gemalt. Neben der Reitschule einerseits der Stiegenaufgang des Mönchsberges, andererseits die Pferdeschwemme mit Marmor-Einfassung und 1670 von Mandl ausgeführter plastische Gruppe (Pferdebändiger).

 

 

 

Neben dem Marstall führt ein 200 Schritte links, 1767 durch die Nagelflue (Breccie) des Mönchsbergs gehauener Durchbruch, das Neutor, in's Freie, an der Stadtseite das Medaillonbild des Erbauers, Erzherzog Sigismund, mit der Unterschrift: te saxa loquuntur; an der Landseite ein 5m. hohes Standbild des heiligen Sigismund, von Hagenauer.

 

 

 

Unfern des Ursulinenklosters ist das Museum, Eingang vom Franz-Joseph-Kai an der Salzach, durch eine Inschrift bezeichnet (Eintritt 10 – 4 U., 20 kr.): Bibliothek von 20,000 Bänden, römischen und keltischen Altertümer, mittelalterliches Cabinet mit Rüstungen, Waffen, Gerätschaften und Geschirren; dann die Instrumentenstube mit Instrumenten der letzten drei Jahrhunderte; ein Cabinet für altdeutsche christliche Kunst; Gemälde Salzburger Maler; Naturalien-Cabinet (Salzburg'sches); Münzsammlung (Salzburg'sche) vom Jahre 1000 bis 1806.

Die Häuser des nächstgelegenen Gstättengasse sind wie Schwalbennester an die jähe Wand des Mönchsbergs angebaut, Kammern und Keller in die Nagelflue eingehauen. Der Berg stürzte wiederholt ein und begrub Häuser und Menschen unter seinen Trümmern. Das alte Klausenthor schließt hier die Stadt auf dem schmalen Landstrich zwischen Fluss und Berg; jenseits der neue Steg. Weiter nördlich unterhalb der Vorstadt Mülln überschreitet die Eisenbahnbrücke die Salzach.

 

 

Über der Stadt auf der südöstlichen Spitze des Mönchsbergs die Festung „Höhen-Salzburg“ (552 m.), deren Zinnentürme 130 m. höher als der Capitelplatz; namentlich vom Folter-Thurm (25 m. hoch) eine Rundsicht, wie sonst von keinem Punkt. Der direkte Weg aus der Stadt führt vom Capitelplatz durch die St. Petersgasse hinauf, mehrfach durch Tafeln bezeichnet (am Eingang zur Festung rechts Restauration zur Katz). Die Festung ist im 9. Jahrhundert gegründet und zu verschiedenen Zeiten ausgebaut; der größte Theil der jetzigen stattlichen Gebäude und Türme zwischen 1496 und 1519. Die Schlosscapelle auf dem Festungsplatz, 1502 erbaut, enthält 12 Apostelstatuen in rohem Marmor. An der Capelle Reliefbilder in rotem Marmor, Erzbischof Leonhard († 1519) nebst Heiligen. Er ließ auch die Fürstenzimmer einrichten, die auf Anordnung des Erzherzog Johann 1852 hergestellt sind. Im Rittersaal ein schöner gotischer Ofen.

 

 

Der nächste Weg aus der Stadt auf den Mönchsberg führt neben dem Marstall über 283 Stufen hinauf; ein anderer aus der Vorstadt Mülln neben der Augustinerkirche durch die Monikapforte; ein dritter aus der Vorstadt Nonnthal vom Wege nach Leopoldskron rechts ab durch das neue Schartenthor (in der Nähe die hübsche Villa Freiburg). Von der Festung gelangt man zum Mönchsberg durch einen kleinen Tunnel unter der Katz hindurch.

Bædeker, Süd-Deutschland und Österreich, 1872

  

 

Von der Brücke führt uns die Kirchgasse in das älteste Stadtgebiet, fast geraden Weges zum Benediktinerstift St. Peter, und durch dessen Hof vor den an dem Fels des Mönchsbergs sich hinziehenden Friedhof der Abtei, berühmt durch sein hohes Alter wie durch seine elegische Schönheit. Von Bogengängen umgeben, die, sich über Grüften wölbend den stillen Totengarten mit der Kirche verknüpfen, stehen unter dem Schutz der Felswand die Gedenksteine derer, die seit Jahrhunderten hier ins Grab sanken. Rosenzweige hängen ihre Blüten über sie hin, darüber schaut vom senkrechten Felsen hoch herab im Morgenduft die stolze Citadelle und über ihren Türmen und Warten wölbt sich der tiefblaue Himmel mit ziehendem Gewölk: ein ergreifendes Bild aus Sonnengold und Erdenstaub, aus verblichener Fürstenpracht und ewig sich verjüngender Naturfrische gewebt!

Adolph Bühler: Bad Reichenhall und seine Umgebungen. Reichenhall, achte Aufl. 1869, S. 85

 

 

Scheiden wir mit diesem erfreulichen Bilde aus den Mauern der Festung, denn nun lockt der Weg über den schönen Landschaftsgarten des Mönchsbergs, wo wir nochmals, aber umklungen vom Geläute der Glocken, die harmonisch aus     der vieltürmigen Stadt herauftönen, unter rauschenden Bäumen und in abgegrenzten Veduten die zauberische, wechselvolle Aussicht genießen. Bei der „Katze“ führt der Weg am linken Rand             des senkrecht escarpirten Felsenwalles durch prächtige       Gruppen alten Warten und Türmen, auf dem Strome mit seinen Brücken , und den hohen Häusern, deren flache Bedachung den Einfluss des nahen Südens verkündet, um sich dann in das grüne Flurengefilde der lichten Ebene Bayerns zu verlieren, durch welche, an das fieberhafte Treiben der Gegenwart erinnernd, sich die Riesenschlange eines Dampfzugs wälzt.

Über eine lange Treppe hinab erreichen wir wieder die Stadt. Wir stehen hier bei dem luxuriösen Marstall Wolf Dietrichs und der von dem Nachfolger Paris', dem eiteln Cardinal-Erzbischof Guidobald erbauten Winterreitschule. An dem westlichen Ende des langen Gebäudes zieht sich, kühn an den Fels gelehnt, eine lange Häuserreihe, die sogenannte G'städten hin. Schwer begreift sich die gewagte Ansiedelung unter der drohenden Steinwand, die fast 300 Fuß senkrecht aufsteigt. In der Tat fand auch vor 2 Jahrhunderten, hier ein gewaltiger Bergsturz statt und begrub 250 Menschen.Wohl war Hilfe bei der Hand, da erfolgte ein neuer Einsturz und begrub auch die Retter.

Adolph Bühler: Bad Reichenhall und seine Umgebungen. Reichenhall, achte Aufl. 1869, S. 97f.

 

 

Neben den Ausfahrten und gemeinsamen Abenden kümmerte sich Storm auch auf dieser Reise um private und geschäftliche Angelegenheiten

Mein alter lieber Junge, ich habe zwar wohl gewußt, wie es zwischen uns beiden steht; aber es that mir doch wohl, daß Du es einmal sagtest; traure nicht darüber daß Du es Mutter niemals ausgesprochen, sie hat es schon gefühlt. So denke denn bei dem, was Du thust an mich und auch an Mama, und hilf uns, unser Leben ehrlich zu Ende bringen.

Von Haus ist ein Brief von Mama, auch einer von Amtsrichter Nissen an mich verloren gegangen; ich glaub’, die Postunordnung steckt in Bayern. Drei Wochen war ich ohne Nachricht, was mir den ersten Aufenthalt recht verdarb. von mir, der ich oft geschrieben, sind offenbar auch Briefe verloren gegangen. Zuletzt telegraphirte ich an Mama u. erhielt ebenso Antwort. Jetzt hab ich wiederholt Nachricht. Es ist Alles wohl, nur hat Dodo es etwas im Halse gehabt und gegurgelt; ist aber wieder besser. Am besten, ich lege Dir ein Stück von Mama’s letztem Brief bei, Du siehst daraus auch, wie unsere kleine Mama noch eine wahre Mädchenliebe zu ihrem alten Mann hat; ich leugne nicht, daß ich das als ein großes Glück empfinde. Schick mir das Brief-Stück gelegentlich wieder. Zu dem Kinderball sind sie voraussichtlich alle, außer Lute (in Kiel) hingegangen, Dodo ist, wenn jemand gekommen, immer an die Treppe gerannt, in der Hoffnung, noch von einem kleinen Herrn eingeladen zu werden.

Theodor Storm an Ernst Storm, Brief vom 16. 8.1872.

 

In seinem Gepäck hatte Storm die Korrekturfahnen für die Buchausgabe seiner Novelle „Draußen im Heidedorf“ mit auf die Reise genommen. Sie war gerade im Maiheft der Zeitschrift „Der Salon für Literatur, Kunst und Gesellschaft“ erschienen und sollte im Folgejahr als Buchausgabe im Sammelband „Zerstreute Kapitel“ herauskommen, der im Verlag Paetel gedruckt wurde.

 

In Begriff am 15 d<es> M<onats>. eine Reise bis Ende August anzutreten), benachrichtige ich Sie für den Fall, daß die Correctur unseres Büchleins vor sich gehen sollte, daß vom 15 bis 21 dM. etwanige Sendungen: Adr. L. Scherff in Hamburg. Borgfelde, Wallstr.3 vom 29 dM bis 20 August: Adr Reichsrath Schindler, Schloß Leopoldskron bei Salzburg treffen werden; die übrige Zeit vermag ich meinen Aufenthalt nicht zu bestimmen.

Theodor Storm an Gebrüder Paetel, Brief vom 9.7.1872.

 

In einem Brief an den Verlag Westermann in Braunschweig erwähnt Storm das um 1870 von Rudolph Ström in Husum angefertigte Profilbild, das den Oberkörper des Dichters sitzend zeigt. Diese Aufnahme wurde als Frontispiz für Band 1 von „Theodor Storms Sämtliche Schriften“ verwendet, der zum Weihnachtsfest 1872 erschien.

 

Schloss Leopoldskron bei Salzburg (Adr. Dr. A. Schindler), Sonntag, 4. August 1872

Nachdem ich den Brief in Betreff der Photographien von Hause erhalten, habe ich eben an den Photographen <St>röm geschrieben, d<a>ß er seine Bedingungen an Sie stellen möge, und bitte, sich eventuell, selbst an ihn zu wenden.

Ich werde noch bis zum 29 d<es> M<onats>. hier bleiben, und 1 Sept<em>b<e>r wied<e>r zu Hause sein.

Theodor Storm an George Westermann, Brief vom 4.8.1872

 

   

 

Es handelt sich um dasselbe Foto, das Storm mit einem Brief vom 5. Oktober an Fräulein Irmela Kurzweil nach Wien schickte-

 

Da kommt denn der alte Poet … und grüßt Sie noch einmal … Die Sommertage von Leopoldskron liegen nun schon weit dahinter; mit ihrem Scherz und ihrem oft etwas dunklen Hintergrunde.

Lassen Sie mich Ihnen sagen, daß, so oft ich an diese Zeit zurückdenken werde, meine Gedanken stets mit Freuden bei Ihrem lieben und unschuldigen Bilde verweilen werden.

Es wäre recht schön, wenn ich Sie jetzt als älteste Tochter hier haben könnte; denn meine Lisbeth ist noch immer bei Vetter Scherffs Eltern in Hamburg. Wenn es nur nicht gar so weit von Wien nach Husum wäre …

Meine Frau grüßt unbekannterweise mit mir das liebe ‘unverliebte Mädchen’, und meint, daß dieser schöne Titel wohl nicht lange mehr passen werde …“

J. A. Stargardt, Berlin. Katalog 707, Auktion vom 12. und 13. März 2019.

 

 

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