Hallein und Gollingen
Über die Fahrt mit Schindlers Kutsche über den Pass Lueg zum
Schwarzbachfall hat Storm keine weiteren Einzelheiten berichtet. Die Streck
führte von Salzburg über Hallein, wo die Reisegesellschaft wahrscheinlich
eingekehrt ist. Dann ging es weiter nach Golling. Der Pass Lueg (gesprochen „Lu-eg“
mit Betonung auf der ersten Silbe, etymologisch richtiger aber „Luag“) ist ein
552 m hoher Talpass in den Alpen an der Salzach. Er stellt die früher wichtigste
Verbindung des Außergebirgs mit dem Innergebirg, d. h. den Gebirgsgauen des
Salzburger Landes, dar, und war Teil einer der wichtigsten Alpentransitrouten,
hat aber heute seine Bedeutung weitgehend verloren. Die wenigen Bauten bilden
auch einen Ortsteil von Golling an der Salzach.
Wikipedia
Hallein (458 m.), alte Stadt, durch ihre Salzwerke berühmt, die jährlich an 500,000 Centner Salz sieden. Die Soole wird im Dürnberg, an dessen Fuss die Stadt Hegt, gewonnen. An 300 Bergleute (Schichter) arbeiten dort. Wer bei Berchtesgaden oder Ischl einen solchen Salzberg nicht befahren hat, möge es hier nicht versäumen. Den Erlaubnis-Schein erteilt die Salinenverwaltung in Hallein. Will man einen Führer (50kr.) nehmen, deren sich überall anbieten, so besorgt dieser den Schein. Sonst ist ein Führer unnötig, da der Weg (3/4 Stunde) bis zum Einfahrtsschacht (720 m.) oben auf dem Dürnberg nicht zu verfehlen ist.
Süd-Deutschland und Österreich. Handbuch für Reisende von K. Bædeker. Coblenz 1872.

Golling, wegen seiner Umgebungen viel besucht, unbedeutender Ort, Sitz eines Landgerichts, in der alten Burg, die westlich. hervorragt. Wer nicht Zeit hat, Alles zu sehen, möge den Schwarzbachfall vorziehen. Weg nicht zu verfehlen: über die Salzachbrücke auf die weiße auf einer Anhöhe liegende Kirche von St. Nicolaus los, wo ein Handweiser weiter zeigt. Von dem bewaldeten Abhang des Hohen-Göll stürzt aus einer Höhle der Schwarzbach durch ein Felsloch, über eine 95 m. hohe Wand in zwei gewaltigen Absätzen. Vorspringende Blöcke ragen über den Abgrund und bilden eine natürliche Brücke.
Süd-Deutschland und Österreich. Handbuch für Reisende von K. Bædeker. Coblenz 1872.

Der Gollinger Wasserfall ist ein sehenswerter Wasserfall im Tennengau, Salzburg. Er wird auch Schwarzbachfall oder Schwarzenbachfall genannt. Er hat eine Gesamtfallhöhe von etwa 100 Metern und besteht aus zwei Stufen. Die oberste Stufe ist von einer Naturbrücke überspannt. Der Wasserfall wird von einer Karstquelle gespeist, die den sonst quellarmen Göllstock entwässert und durch das System der Schwarzbachfall-Höhle fließt. Die Erschließung des Wasserfalls begann im Jahr 1798 durch Fürst Ernst Schwarzenberg. Der Ausbau war im August 1805 vollendet. Am Fuße des Wasserfalls steht ein Obelisk, der auf den Naturfreund Ernst Schwarzenberg hinweist. Der Gollinger Wasserfall kann von jedem Naturfreund besichtigt werden und hat eine ganzjährige Wassertemperatur von 5-6°C. Die Schüttung der Karstquelle schwankt zwischen 30 und 42.416 Litern pro Sekunde bei einem Mittelwert von 1261 l/s. Die Höhlenschüttung kann auch trockenfallen, und es kommt nur noch Wasser aus tiefer gelegenen Nebenaustritten. Der Gollinger Wasserfall ist ein beliebtes Ausflugsziel und wird jährlich von vielen Touristen besucht.
https://www.gollinger-wasserfall.com/
