„Ost un West, to Huus is best.”
Husum, 1. September 1872
„Wedder to Hus!“ und Alles wohl angetroffen, mit Jubel empfangen. […] In Hamburg war ich noch 5 Tage mit Lisbeth zusammen, die dort geblieben ist.
Theodor an Sohn Ernst, Brief vom 1. 9. 1872.
Husum, 1. September 1872
Nicht viel schreiben kann ich heut, ich sitze in einer Fluth von
angesammelten Geschäften, und bin noch sehr reisemüde. […]
Meinen langen Brief aus Leopoldskron hast Du doch erhalten. Die
Briefe von Husum dahin waren oft 14 Tage oder gar 3 Wochen unterwegs; eine
höchst liederliche Postwirthschaft dort.
Theodor Storm an Sohn Hans, Brief vom 1.9.1872.
Husum, 29. August 1872
Herrn Gebrüder Paetel!
In Anschluß die gewünschte Quittung über die erste Anzahlung für
die „Zerstreuten Kapitel“. Verpflichten würden Sie mich wenn Sie mir zugleich
mit der zweiten Terminzahlung das Honorar für die 2te Auflage von „Jenseit des
Meeres“ einsenden möchten, da ich von meiner großen Reise3 mit ziemlich leerer
Kasse heimgekehrt bin.
In Betreff der „Zerstreuten Kapitel“ bitte ich nicht zu vergessen
mir demnächst doppelte Correctur zu senden.
Theodor Storm an Gebrüder Paetel, Brief vom 29.8.1872.
Husum, 19. Oktober 1872
Auf dem Rückwege, während Ludwig vorab nach München fuhr,
verlebte ich in Prien am Chiemsee (es liegt auf halbem Weg von Salzburg) noch
einen sehr erquicklichen Tag mit P(aul) Heyse und Familie, die in diesem
traulichen Oertchen Sommerfrische hielten. Dann mit Ludwig noch einen Tag über
in München; und von da nach Leipzig, wo wir 2 Tage mit Karl zusammen waren. Karl
Reinecke traf ich leider nicht zu Haus. Zuletzt, wieder in einem Strich, nach
Hamburg, wo ich denn auch unsre Lisbeth wieder antraf.
Das war die große Reise nach Leopoldskron, von der ich durch manche Anschauung
der Natur und des Menschenlebens in mein Heim zurückgekehrt bin. Aber – „Ost un
West, to Huus is best.“
Theodor Storm an Ernst Esmarch, Brief vom 19.10.1872.
Storm hat für die 1845 in Kiel erschienenen „Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig Holstein und Lauenburg“ auch einige Beispiele der damals landläufigen Voksreime gesammelt, darunter Ost und West/ To Huus is't Best. Diesen Reim hatte er im dritten Band des Holsteinischen Idiotikon (Holsteinisches Idiotikon, ein Beitrag zur Volkssittengeschichte; oder Sammlung plattdeutscher, alter und neugebildeter Worte, Wortformen, Redensarten, Volkswitzes, Sprichwörter, Spruchreime, Wiegenlieder, Anekdoten und aus dem Sprachschatze erklärter Sitten, Gebräuche, Spiele, Feste der alten und neuen Holsteiner von Johann Friedrich Schütze, Hamburg 1806) gefunden: Oost un West,/ to Huus is Best./ Nirgendwo besser als zu Haus.
Storm hat den Spruch auch in seiner Novelle „Draußen im Heidedorf“ verwendet.