Wir fahren mit der Eisenbahn – Von Hamburg in 5 Etappen nach München

 

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Meine Reise ging Hamburg – Göttingen – wo Ernst studirt, dann mit ihm nach Heiligenstadt, wo man mich sofort ausgewittert hatte und mir Abends in herzlichster Weise ein Ständchen brachte – Eisenach (nicht zu Reuter, es soll nicht gut stehen mit ihm) – Nürnberg – München (Mittag mit Paul Heyse) – Schloß Leopoldskron, 10 Minuten von Salzburg, dort 3 Wochen bei Julius von der Traun (siehe Hausbuch), mein Vetter, der Componist Ludwig Scherff, der mich bis München begleitet hatte, kam nach; Ausflüge nach dem Königssee etc. – Rückreise zunächst nach Prien am Chiemsee, dort einen Tag mit Heyse u Familie, herzerquickend, dann München, Leipzig, dort mit Karl 2 Tage, Hamburg, wo ich Lisbeth bei den dortigen Verwandten traf, dann „wedder to Hus“, wie unser alter nun auch heimgegangener Friede sagte.

Theodor Storm an Klaus Groth, Brief vom 5.9.1872.

 

Eine ganze Woche hatte Storm in Hamburg verbracht; nun wurde es Zeit, die eigentliche Reise nach Salzburg anzutreten. Warum er nun nicht direkt nach München fuhr, sondern dafür fünf Etappen brauchte, hat mehrere Gründe. Zunächst fuhren die Züge – nach heutigen Maßstäben – recht langsam; es gab auch noch keine durchgehenden Schnellverbindungen. Die Reisen mussten daher in den jeweiligen Zielbahnhöfen umsteigen und wegen der langen Fahrtdauer übernachten.

Außerdem wollte Storm seinen Sohn Ernst treffen und mit ihm seinen Bruder Otto und die alten Freunde in Heiligenstadt besuchen. Außerdem planten die beiden die Wartburg in Eisennach und die historischen Sehenswürdigkeiten der Nürnberger Altstadt zu besichtigen.

 

Christian Fuchs: Dammtor-Bahnhof 1866.

 

Storm und Scherff bestiegen am Dienstag, dem 24. Juli dem Zug nach Göttingen, wo sie mit Ernst Storm zusammentrafen und übernachteten. Am Donnerstag ging es weiter nach Heiligenstadt, wo sie zwei Nächte blieben und am Freitag ohne Ernst weiter nach Eisenach fuhren. Am Samstag fuhren sie weiter nach Nürnberg, wo wieder zweimal übernachtet wurde. Am Montag, den 29. Juli reisten sie schließlich weiter nach München und erreichten die Stadt am späten Mittag.

 

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