Eisenach

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Am 26. Juli fuhren Theodor Storm und Ludwig Scherff Heiligenstadt nach Eisenach.

In einem Brief an den Schwiegervater Ernst Esmarch aus Husum vom 19. Oktober 1872 lesen wir: Das nächste Nachtquartier war Eisenach, wo wir auf die Wartburg fuhren, das folgende Nürnberg, wo wir einen Tag (Sonntag) über blieben.

 

 

Die beiden Reisenden stiegen in Bahnhofsnähe im „Thüringer Hof“ ab. Die Stadt selber bot den Reiseenden wenig. Aber in der 10. Auflage von „Baedeker’s Deutschland I“I heißt es: „Ein Führer von Eisenach auf die Wartburg ist durchaus unnöthig. Die erste Strasse westlich vom (Gasthof) Halben Mond, gewöhnlich mit einigen Eseln bestzt, fährt in gerader Richtung am Kirchhof vorbei, Anfangs etwa scharf bergan, dann über den Sattel, welcher den Mädelstein mit der Wartburg verbindet, unfehlbar in 30–35 Min. auf die Wartburg.“ (S. 242)

 

Blick auf den Marktplatz mit der von Johann Wilhelm Sältzer erbauten klassizistischen ehemaligen Bürgerschule von 1825, der alten Post und den Pfarrhäusern am Pfarrberg. Im Hintergrund die Wartburg vor der Errichtung des neuen Bergfriedes und dem Bau der „Neuen Kemenate“. Kolorierter Stahlstich 1856.

 

Die Wartburg ist eine Burg in Thüringen, über der Stadt Eisenach am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes 411 m ü. NHN gelegen. Sie wurde um 1067 von Ludwig dem Springer erbaut. 1838 wurde der Großherzoglich Sachsen-Weimar-Eisenachische Baurat Johann Wilhelm Sältzer mit der Untersuchung der Überreste der Wartburg beauftragt. Seine Entdeckungen gaben den Anstoß zur Wiederherstellung der alten Burgruine. Er ließ die hofseitigen Palas-Arkaden öffnen und ergänzen, maß die Ruine sorgfältig auf und legte sehr originelle und phantasievolle, von einer Burgenromantik geprägte Neubaupläne für die Burg vor.

Nach umfassender Diskussion erfolgte seit 1853 der Wiederaufbau der Burg im historisierenden Stil durch den Architekten Hugo von Ritgen. Neben dem ortsüblichen Rotliegenden Gestein, aus dem die Mehrzahl der Neubauten entstand, wurde auch Seeberger Sandstein vom Großen Seeberg aus der Nähe von Gotha verwendet. Neu errichtet wurden mehrere Gebäude, die heute das Bild der Burg wesentlich prägen. An Stelle der 1778 abgebrochenen Hofstube entstand 1867 die Dirnitz mit Torhalle, die die Burg etwa in der Mitte teilt. Der Bergfried wurde 1853 bis 1859 erbaut. Beim Erstellen der Fundamente entdeckte man erste Fundamentreste des Vorgängerbaus, der leicht nördlich versetzt gestanden hatte. Dieser Turm war bereits 1568 in desolatem Zustand, er wurde schrittweise abgetragen, 1774 sprach man vom „eingegangenen Schlossturm“.

 

Die Gartenlaube 1873

 

Für die Privaträume des Herrscherhauses benötigte man einen separaten Bereich. Hierzu wurden am Bergfried die Neue Kemenate und das Neue Treppenhaus angefügt; sie schließen zugleich die Lücke zwischen Palas und dem Wehrgang der Vorburg. Den Platz des Brauhauses nahm das Gaden ein; hierbei blieb das Kellergeschoss des Vorgängerbaus erhalten. Südlich an den restaurierten Palas fügte man nach Fertigstellung der Wartburg-Wasserleitung das Ritterbad an. Der dort befindliche sogenannte Bärenzwinger war erst im frühen 19. Jahrhundert als Volksbelustigung angebaut worden. Auf weitere Bauwerke (Burgküche, Brauhaus, Haus der Handmühlen) auf der Westseite wurde bewusst verzichtet; den hier verfügbaren Platz nimmt die Rasenfläche Kommandantengarten mit einer balkonartigen Laube ein. Eine weitere Baumaßnahme des ausgehenden 19. Jahrhunderts betraf zuletzt die Errichtung des Wartburghotels auf dem Gaisköpfchen. Am 11. Juni 1859 wurde zum Abschluss der Bauarbeiten das Turmkreuz der Wartburg auf dem Bergfried eingeweiht. 

  

 

Darüber hinaus enthält das Gebäude aufgrund seiner historistischen Rekonstruktion zahlreiche fantasievolle Gemälde von Personen und Szenen aus dem deutschen Mittelalter.
Wikipedia

 

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