Briefe an Susanne                                                                   Kommentar

 

202. Rosemarie W.                                            Solingen, den 14. Juni 1967

Liebe Susanne!

Heute bekamen wir schon Deinen Brief vom 14. d. M. herzlichen Dank. Dein Geld ist am 9. abgeschickt worden. Wir hoffen es in Deinem Besitz. –

Nachdem wir nun gestern wieder in Solingen gut gelandet sind, hat heute der Alltag wieder von uns Besitz ergriffen. Abschließend muß ich sagen, daß wir recht schöne Ferien verlebt haben. In Italien haben wir viele schöne Eindrücke gewinnen können. Es war so ganz anders als bei uns. Alles ging ruhig vor sich, nicht so hektisch wie bei uns. Die Leute dort sind alle sehr nett, aber als Gäste im Hotel ziemlich laut. Gerne hätte ich mir alle Kulturstätten in der näheren und weiteren Umgebung angesehen, aber das wäre für Vati zu viel zu laufen, aber er war trotzdem tapfer und hat sich bemüht, mich überall hin zu fahren und mit zu laufen. Dann hatten wir noch Gelegenheit mit dem Wiener Ehepaar manche schöne und gesellige Stunden zu verbringen.

Die Rückfahrt traten wir Sonntag an und fuhren durch Tirol über schmale Pässe nach Garmisch. Dort blieben wir eine Nacht in einem tollen Hotel. Von unserem Fenster sahen wir auf tief verschneite Berge bis zu 1500 m tief. Übrigens war auf den Pässen auch noch Schnee, der allerdings geräumt war, um überhaupt fahren zu können. Auch schneite es während unserer Fahrt dort oben. Es waren gewaltige Eindrücke über die Berge zu fahren. – Die 2. Nacht verbrachten wir in Dürkheim. Aber auch dort war es kalt. Und hier ist es auch kalt 16-17°. Anka haben wir auch gleich geholt. So hatten wir doch ein Kind zu Hause. Bei Onkel Theis hat er wieder prompt die Hitze gehabt gleichzeitig mit dem Poldi. Nun sitzt er wieder an meinen Füßen und verfolgt mich auf Schritt und Tritt, daß ich nicht fortgehe.

Für heute viele liebe Grüße und Küsse von Mutti und Vati.