Postgeschichte Schleswig-Holstein  

 

Bahnpostämter und Eisenbahn Post-Speditions-Bureaus

 

An allen Bahnhöfen der Strecken wurden Postämter eingerichtet, so genannte Bahnhofs-Expeditionen. Briefe wurden mit dänischen stummen Vierringstempeln und später mit Dreiring-Nummernstempeln entwertet. Daneben war ein Stempel des jeweiligen Bahnhofs gesetzt, in dem die Postsendung dem Zug übergeben wurde. Die ersten Bahnhofsstempel waren Dreikreiser mit Krone und Posthorn. Im Innenkreis: Zugnummer und Datum. Zwischen den beiden Außenkreisen und dem Innenkreis: Bahnhof-Krone-Stationsname und Posthorn. Auch die Postbureaus führten eigene Stempel, wie der des Holsteinischen Bahnpost-Speditionsbureaus.

 

Ähnlich wie in Preußen ab Mai 1849 wurden auch in Schleswig-Holstein in der Zeit von 1848-1851 „Post-Speditions-Bureaus“ in den Zügen eingerichtet, die die Post während der Fahrt bearbeiteten. Allerdings wurde diese Rationalisierung, wie viele andere auch, wieder abgeschafft, nachdem Schleswig-Holstein wieder an Dänemark gefallen war. Ab Dezember 1854 wurden in den Herzogtümern „Bureaus" an verschiedenen Orten wie Altona und Flensburg eingerichtet, in denen die Post bearbeitet wurde, bevor sie den „Eisenbahn-Postführern“ in geschlossenen Beuteln für die einzelnen Bestimmungspostanstalten übergeben wurde. Wohl erst ab 1857 erfolgte die Bearbeitung der Post auch in Schleswig-Holstein in den Zügen.

Nachdem sich Preußen und Osterreich im August 1865 in Gastein auf die erneute Trennung der Herzogtümer geeinigt hatten und auch das Postwesen wieder getrennte Wege gehen musste, verkehrten die ,,Holsteinischen Postspeditions-Bureaus“, wie sie inzwischen genannt wurden, auf den Strecken Altona-Rendsburg mit der Nebenstrecke Neumünster-Kiel und auf den Strecken Elmshorn-Itzehoe sowie Hamburg-Lübeck. Die schleswigschen „Bureaus“ tauschten die Post mit den holsteinischen auf dem Bahnhof Büdelsdorf aus.

Schon ein knappes Jahr später, nach dem preußisch-österreichischen Bruch, wurden sämtliche Eisenbahn-Post-Bureaus unter dem „Post-Speditions-Amt“ in Flensburg wieder zusammengeführt. Das 1864 eingerichtete ,,Post-Speditions-Amt für den Schleswig-Holsteinischen Postbezirk" wurde nach der Eingliederung Schleswig-Holsteins in den preußischen Staat in ,,Königliches Eisenbahn-Post-Amt Nr. 17“ umbenannt, und zunächst am 1. 4. 1867 nach Altona und am 1. 4. 1873 nach Hamburg verlegt.

Wilhelm Sager: Postgeschichte Schleswig-Holsteins. Heide 2002, S. 53ff.

 

Auf den Bahnöfen Altona, Pinneberg, Elmshorn, Wrist, Neumünster und Kiel wurden Bahnhofs-Expeditionen eingerichtet. Die  ersten Bahnhofsstempel waren Dreikreiser mit Bahnhof, Krone und Posthorn. Im Innenkreis werden Zugnummer und Datum angegeben.

 

 

Nach der Wiederherstellung der Landesherrlichen Gewalt an den König von Dänemark im Februar 1852 wurde seit Mitte April das Postwesen für ganz Dänemark einschließlich der Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg wieder zentral vom Generalpostdirektor in Kopenhagen geleitet. Ende 1854 wurden das Holsteinische Eisenbahn Post-Speditions Bureau in Altona und das Schleswigsche Eisenbahn Post-Speditions Bureau in Flensburg errichtet sowie am 12.10.1857 das Elmshorn-Itzehoer Eisenbahn Post Bureau. Diese Bureaus unterhielten als Postämter eingerichtete Wagons, in denen die Briefpost und andere Sendungen bearbeitet wurde. Die verschiedenen Strecken führten unterschiedliche Poststempel; die täglich verkehrenden Züge waren durchnummeriert; es wurden teilweise auch die Zugrichtung angegeben.

 

HOLST.EB.P.Sp.B./ 30/7/[1864] 1 ZUG auf Michel-Nr. 7; 1¼ Schilling S.-H. Courant, mittelblau auf weißrosa