Postgeschichte Schleswig-Holstein  

Schleswig-Holstein

 

Das heutige Bundesland Schleswig-Holstein ging am 23. August 1946 aus der Provinz Schleswig-Holstein im Freistaat Preußen hervor. Es besteht aus dem südlichen Teil des alten Herzogtums Schleswig, den beiden Herzogtümern Holstein und Lauenburg sowie der Hansestadt Lübeck, die 1866 dem Norddeutschen Bund beigetreten war und 1871 Gliedstaat des Deutschen Reiches wurde.

Das Land zwischen den Meeren Nord- und Ostsee ist nach dem Saarland das zweitkleinste deutsche Flächenland. Es grenzt im Norden an die dänische Region Sydjylland, über eine Seegrenze im Fehmarnbelt an die dänische Region Sjælland, im Süden an das Land Niedersachsen und den Stadtstaat Hamburg sowie im Südosten an das Land Mecklenburg-Vorpommern.

1460 wählte die Schleswig-Holsteinische Ritterschaft den dänischen König Christian I. aus dem Haus Oldenburg zum Landesherrn. Die im Vertrag von Ripen beschlossene Regelung bestimmte für die Herzogtümer, „dat se bliven ewich tosamende ungedelt“ (dass sie ewig ungeteilt zusammenbleiben). Der dänische König regierte Schleswig und Holstein nicht in seiner Eigenschaft als König, sondern als Herzog der beiden Gebiete, wobei das Herzogtum Schleswig ein königlich-dänisches Lehen blieb, während das Herzogtum Holstein zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte und damit ein Reichslehen war. Christian I. und seine Nachfolger auf dem Thron waren demnach dänische Könige und deutsche Reichsfürsten in Personalunion.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts bemühte sich Dänemark, sein Herrschaftsgebiet zu einen Gesamtstaat zu entwickeln. Eine gewisse Eigenständigkeit blieb jedoch erhalten, als die Verwaltung der Herzogtümer in einer gesonderten Deutschen Kanzlei in Kopenhagen konzentriert war und 1789 eine eigene Währung eingeführt wurde, der Schleswig-Holsteinisch Courant.

 

Um 1650

  

1815-1866                                                                      1867-1914

Rolf Beyerodt: Postfreimarken in Schleswig-Holstein 1850-1867. Handbuch und Katalog. Arbeitsgemeinschaft für Postgeschichte und Philatelie von Schleswig-Holstein und Lübeck e.V. 2014.

 

Die Herzogtümer Schleswig und Holstein im Königreich Dänemark 1834

 

Nach dem Deutschen Krieg (Preußen und Österreich gegen Dänemark) von 1864 wurde Schleswig-Holstein 1867 vom Königreich Preußen annektiert. Als Provinz Preußens wurde es 1867 Teil des Norddeutschen Bundes und 1871 eine Provinz im deutschen Kaiserreich.

Provinz Schleswig-Holstein 1905

Die im Prager Frieden 1866 zwischen Preußen und Österreich vorgesehene Volksabstimmung, der zufolge es den Nordschleswigern frei gestanden hätte, sich für Dänemark oder Preußen/Österreich zu entscheiden, wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg auf Druck und unter Aufsicht der Siegermächte vollzogen. Bei der Abstimmung von 1920 ergab sich eine dänische Mehrheit im nördlichen Landesteil und eine deutsche im südlichen Teil, was zu einer Teilung des Herzogtums Schleswig führte.

Wegen dieser besonderen historischen Entwicklung ist die Postgeschichte Schleswig-Holsteins die Komplexestes aller deutschen Bundesländer.

 

Die Landesteile des Bundeslandes Schleswig-Holstein

 

Das Herzogtum Schleswig (dänisch: Hertugdømmet Slesvig) umfasste bis ins 19. Jahrhundert Nordschleswig (Dänemark) und Südschleswig (Deutschland) sowie den früheren Kreis Rendsburg; heute bilden die beiden Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg den nördlichen Landesteil Schleswig-Holsteins.

Das Herzogtum Holstein entstand 1474 aus der norddeutschen Grafschaft Holstein-Rendsburg. Seit 1806 gehörte Holstein auch staatsrechtlich zu Dänemark, ab 1815 wurde es Mitgliedsstaat des Deutschen Bundes. Schleswig war vor 1864 zusammen mit dem Herzogtum Holstein Teil des multi-ethnischen Dänischen Gesamtstaates. Die Grenze zwischen Schleswig und Holstein wurde dabei durch die Flüsse Eider und Levensau markiert. Der dänische König regierte Schleswig und Holstein nicht in seiner Eigenschaft als König, sondern als Herzog der beiden Gebiete, wobei das Herzogtum Schleswig ein königlich-dänisches Lehen blieb, während das Herzogtum Holstein zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte und damit ein Reichslehen war. Heute besteht dieser Landesteil aus den Kreisen Dithmarschen, Eckernförde (mit dem Kreis Rendsburg zusammengelegt), Plön, Ostholstein, Steinburg, Segeberg, Pinneberg und Stormarn.
Die bis 1938 selbstständigen Stadt Altona im Herzogtum Holstein war nach Kopenhagen die zweitgrößte Stadt innerhalb des dänischen Gesamtstaates. Sie wurde am 26. September 1867 Teil des neuen Stadtkreises Altona in der Provinz Schleswig-Holstein und am 1. April 1938 in die Hansestadt Hamburg eingegliedert.

Das Herzogtum Lauenburg war von 1689–1803 durch Personalunion mit dem Kurfürstentum Hannover und 1814 (nach dem Ende der napoleonischen Besetzung) in Personalunion mit dem Königreich Dänemark verbunden. Die dänischen Herrscher waren dänische Könige und zugleich deutsche Reichsfürsten. Die dänische Vorherrschaft bestand bis 1864.

Die Hansestadt Lübeck wurde 1143 gegründet, erhielt 1160 das Stadtrecht, sie gilt als „Königin“ und „Mutter der Hanse“, einer Handelsvereinigung, die seit dem 12. Jahrhundert bis in die Neuzeit durch Freihandel für großen Wohlstand in Lübeck und anderen Mitgliedsstädten sorgte. Lübeck hatte eine seit 1226 bestehende Tradition als Freie Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich und als Freie Stadt bzw. Stadtstaat; sie trat 1866 dem Norddeutschen Bund sowie 1868 dem Zollverein bei und wurde 1871 Gliedstaat des Deutschen Reiches; damit endete die seit 1806 bestehende völkerrechtliche Souveränität Lübecks. 1946 wurde Lübeck Bestandteil des von den Alliierten gebildeten späteren Bundeslandes Schleswig-Holstein

Helgoland (englisch Heligoland) ist eine Nordseeinsel in der Deutschen Bucht. Helgoland gehörte im 16. Jahrhundert dem Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf und bis 1714/21 zu den gottorfschen Anteilen im Herzogtum Schleswig. Es hatte den Status einer Landschaft mit einem hohen Grad an Selbstverwaltung. Im Verlauf der Auseinandersetzungen zwischen Dänemark und Großbritannien in den Napoleonischen Kriegen besetzten 1807 britische Truppen die Insel und gliederten sie als Kronkolonie in das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland ein. 1890 ging Helgoland durch den Vertrag zwischen Deutschland und England über die Kolonien und Helgoland an Preußen. Es wurde in den Kreis Süderdithmarschen in der Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert (heute Kreis Pinneberg).