Postgeschichte Schleswig-Holstein  

 

Die Bahnpost Altona (Elbe) - Köln und Hamburg - Cöln 1867- 1996

 

Im Eisenbahnpostgesetz vom 20. Dezember 1875 wurden die Bezeichnungen Bahnpost und Bahnpostamt eingeführt. In ganz Deutschland entstanden Bahnpostlinien, auf denen posteigene Bahnpostwagen verkehrten.

Eine dieser Bahnpostverbindungen in Schleswig-Holstein war die Bahnpost Altona (Elbe) – Cöln, später Hamburg – Cöln. Sie wurde am 1. April 1867 eingerichtet.

 

Der erste Altonaer Bahnhof von 1844. Foto: Altonaer Stadtarchiv

Diese Strecke war eine der bedeutenden Nord-Süd-Verbindungen im preußischen Bahnpostnetz. Mit der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen nach dem Deutschen Krieg 1866 wurde das Postwesen neu geordnet. Zuvor gab es bereits ab 1844 Bahnpostdienste auf der Teilstrecke Altona–Kiel, die damals noch unter dänischer Verwaltung (Herzogtum Holstein) standen. Die Verbindung wurde als sogenannte „begleitende Bahnpost“ geführt, bei der Postbeamte während der Fahrt in speziellen Bahnpostwagen Briefe und Pakete sortierten. Philatelistisch ist die Strecke durch verschiedene Bahnpost-Ovalstempel bekannt, die oft die Zugnummer und das Datum trugen.

 

Der zweite Altonaer Bahnhof um 1896. Foto: Altonaer Stadtarchiv

Die Stadt Altona in Holstein wurde am 1. April 1938 offiziell nach Hamburg eingemeindet. Dieser Schritt erfolgte im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes, durch das Altona seinen Status als selbstständige Stadt verlor und als Stadtverwaltung nur noch eine nachgeordnete Stelle Hamburgs fungierte. Seit 1949 ist das Gebiet als offizieller Bezirk Teil der Freien und Hansestadt Hamburg.

Der reguläre Bahnpostverkehr in Deutschland, einschließlich der Verbindungen ab Köln, wurde nach fast 150 Jahren am 29. Mai 1997 eingestellt und durch den Transport per LKW sowie das Nachtluftpostnetz ersetzt.

 

Postkarte aus Hamburg nach Heilbronn, frankiert mir 5 Pf. Deutsches Reich, Germania-Ausgabe, (Inlandsporto). ALTONA (ELBE) - Cöln/ BAHNPOST/ Z.93 12.7.12.

 

 

  

Postkarte aus Hamburg nach Buenos Aires, Argentinien, frankiert mit 10 Pf. Deutsches Reich, Germania-Ausgabe, (Auslandsporto). ALTONA (ELBE) - Cöln/ BAHNPOST/ Z.94 14.10.12. Mit dem handschriftlichen Hinweis „Via Lissabon hier S/S. König Wilhelm II“. Die „König Wilhelm II“ war ein Passagierdampfer der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG). Die HAPAG betrieb regelmäßige Linien nach Südamerika.

 

Brief von Hamburg nach Nürnberg. frankiert mit 10 Pf. Deutsches Reich, Germania-Ausgabe. HAMBURG - Cöln (RHEIN)/ BAHNPOST/ ZUG 94/ 18. 1. 02

 

 

Brief-Vorderseite. Von Duisburg nach Nürnberg. Frankiert mit Reichspost 10 Pf. HAMBURG - Cöln (RHEIN)/ BAHNPOST/ ZUG 93/ 12. 6. 99. Rückseite: Eingangsstempel NÜRNBERG 13/ 19/ JAN/ 1-2 Nm./ 02.

 

Postkarte mit einer Ansicht vom Kölner Hauptbahnhof aus dem Jahr 1902.

 

Cöln ist eine alte Schreibweise von Köln.

Beide Schreibweisen wurden bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in unterschiedlicher Intensität benutzt. Dabei war bis 1500 die Schreibweise mit K gebräuchlicher, danach überwiegend die Schreibweise mit C. Vor 1800 wurden beide Schreibweisen parallel genutzt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte sich mehr und mehr Köln durch.

 

Deutsche Reichs-Post. Postkarte. Von Cöln nach Geseke. (Ganzsache) EIN HALBER GROSCHEN. Bahnhofstempel CÖLN BAHNHOF/ 11/ 9/ 4-5 N. Eingangsstempel GESEKE/ 12 9/ 73/ 1-7-V.

Friedrich Wilhelm IV. regte wieder die Schreibeweise mit C an, die am 8. September 1857 mit einem Erlass des Innenministers auch vorgeschrieben wurde. Die Kölner Stadtverwaltung blieb bei Köln und versuchte sich auch offiziell gegen Cöln zu wehren. Das Gesuch wurde am 30. Oktober 1900 per Bescheid durch den Regierungspräsidenten abgeleht. Eine Klage durch die Stadt Köln wurde am 29. November 1901 abgewiesen. Nun musste die Stadtverwaltung die amtliche Schreibweise Cöln verbindlich benutzten.

Nach dem 1. Weltkrieg und Ausrufen der Weimarer Republik führte die Stadtverwaltung am 30. Januar 1919 wieder die Schreibweise Köln ein. Sie ist bis heute gültig.
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