Postgeschichte Schleswig-Holstein  

Ein Brief aus Schweden via Dänemark nach Frankreich? (1828)

Die Absender-Adresse Malmo 12 Juin 1828/ J. A. Banse lässt vermuten, dass dieser Brief an Monsr A. H. Schneider/ Rheims/ en Champagner im schwedischen Malmø aufgegeben wurde. Aber das täuscht, denn sein Absender, der Weinhändler G. A. Banse aus Göteburg, hat zwar den Brief am 12. Juni mit Malmø als Absendeort versehen, schrieb ihn aber erst in Hamburg und gabt als Adresse an: S. D. H. Kolsten. Daraus geht hervor, dass er auf seiner Geschäftsreise von Malmø nach Hamburg in Kopenhagen eine Weinbestellung für die Fa. Kull aufgenommen und dann in Hamburg auf demselben Bogen den Begleitbrief an die Champager-Firma in Reims aufgesetzt und beim Thurn und Taxis’schen Postamt eingeliefert hat. Diese Bestellung umfasst 120 ganze und 120 halbe Flaschen weißen Champagner und ergänzt eine frühere Order, die an Consul Charles Massonneau ins dänische Helsingør geliefert werden sollte.

 

Zweizeiliger Stempel TTR4/ HAMBOURG des Thurn und Taxis’schen Ober-Postamts mit Transitstempel, Kastenstempel ALLEMAGNE/ PAR/ FORBACH (Grenzübergang von Deutschlag nach Frankreich). Taxzahl 16. Rückseite: Kreisstempel 24/ JUIN/ 1828. Absender: 1828/Malmo Juin 1828/ G A Banse/ Conf 21 R 23. 29 Juin

Banse brachte die Wein-Bestellung also von Kopenhagen nach Hamburg und fertigte dort das Schreiben nach Rheims an; am 12. oder 13. Juni gab er den Brief im Thurn und Taxis’schen Ober-Postamt auf, von wo aus er über Forbach an der Grenze zwischen der preußischen Rheinprovinz und Frankreich zunächst nach Metz und dann nach Reims transportiert wurde, wo er am 24 Juni 1828 eintraf.

   

Hamburg lag im 4. Rayon zu Frankreich und deshalb wurde der Rayonstempel T.T.R.4. abgeschlagen (Tour é Tassis Rayon 4). Für den 4. deutschen Rayon berechnete Frankreich 9 Decimes Portoanteil. Der Leitweg war mit ALLEMAGNE PAR FORBACH vorgegeben. Der französische Portoanteil betrug für die Strecke von der Deutsche Grenze über Forbach (bei Saarbrücken) über Metz nach Rheims 7 Decimes. Insgesamt wurden dem Empfänger dann 16 Decimes Gesamtporto berechnet und angeschrieben.