Sternsinger

 

 

Westfälische Nachrichten vom 5. Januar 2019

 

Kurz nach Jahresbeginn ziehen sie wieder los, die Sternsinger, und überbringen einen Haussegen, wie hier in Münster. In diesem Jahr engagieren sich rund 300.00 Kinder in katholischen Gemeinden Deutschlands.

Sie verkleiden sich und stellen die Heiligen Drei Könige dar.

Als Heilige Drei Könige oder Weise aus dem Morgenland bezeichnet die christliche Tradition die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums (Mt 2) erwähnten „Sterndeuter“ (im griechischen Ausgangstext Μάγοι, Magoi, wörtlich „Magier“), die durch den Stern von Betlehem zu Jesus geführt wurden. Im Neuen Testament werden sie nicht als „Könige“ bezeichnet, auch gibt es keine Angabe über ihre Anzahl. Diese Angaben entstammen einer umfangreichen Legendenbildung, die im 3. Jahrhundert ihren Anfang nahm. Die in der Westkirche verbreiteten Namen Caspar, Melchior und Balthasar werden erstmals in Legenden des 6. Jahrhunderts erwähnt. (Wikipedia)

Dann ziehen sie bis zum Fest Erscheinung des Herrn (6. Januar) durch die Gemeinden und klingeln an jedem Haus und an jeder Wohnung. Wer ihnen öffnet, dem, singen sie ein Lied und bringen Segenszeichen an der Tür oder an der Hauswand an.

Epiphanias bzw. Epiphanie (von altgriechisch ἐπιφάνεια epipháneïa, latinisiert epiphanīa Erscheinung) ist der ursprüngliche und heute noch in der evangelischen Kirche gebräuchliche Name eines am 6. Januar begangenen Festes im Christentum; in der aktuellen Ausgabe der Perikopenordnung wird es als „Fest der Erscheinung des Herrn: Epiphanias“ bezeichnet. In der katholischen Kirche wird es als Fest der Erscheinung des Herrn (Sollemnitas in Epiphania Domini), volkstümlich und in vielen Kalendern auch als Dreikönigsfest, Dreikönigstag, Heilige Drei Könige und Heiligedreikönigstag bezeichnet. Das Fest wird von den Westkirchen der Anbetung des Kindes durch die Weisen aus dem Morgenland zugeordnet, in den Ostkirchen als Tag der Taufe Jesu und Offenbarung der allerheiligsten Dreifaltigkeit begangen. (Wikipedia)

Seit dem 16. Jahrhundert ist ein Heischebrauch nachgewiesen, der in einigen Gegenden Dreikönigssingen genannt wird. Zunächst sammelten die Sänger Naturalien und Geld für sich und ihre Familien; heute bitten sie um Geldspenden für karitative Zwecke, erhalten aber zumeist noch einige Süßigkeiten.

Sternsinger werden von der jeweiligen Pfarrgemeinde nach einer Aussendungsfeier in einem Gottesdienst ausgesandt. Nach ihrem Lied schreiben sie die traditionelle Segensbitte C+M+B mit der jeweiligen Jahreszahl an die Hauswand oder kleben ein entsprechendes Schildchen auf.

 

 

 

Segen ist von dem lateinischen Wort benedictio, abgeleitet von benedicere aus bene („gut“) und dicere („sagen“), bedeutet von jemandem gut sprechen, jemanden loben, preisen. Manche lesen in diesem Zeichen die Anfangsbuchstaben der drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, die aus dem Morgenlande kamen; so wir verkündet, dass Jesus als Messias auch Anerkennung in der heidnischen, also der nichtjüdischen Welt fand. Dies wurde noch unterstrichen durch die dunkle Hautfarbe des einen Königs.

 

 

Die Welt vom 6. Januar 2017

 

Der Segen ist nach katholischem Verständnis ein Sakramentale, das sind heilige Zeichen, die in gewisser Nachahmung der Sakramente geistliche Wirkungen bezeichnen und durch die Fürbitte der Kirche erlangt werden; sie ergänzen die Sakramente. Die durch Kreuze getrennten Buchstaben bedeuten Christus mansionem benedicat (Christus segne diese Wohnung). Die Inschrift soll den Segen Gottes auf das Haus und seine Bewohner herabrufen und sie vor Unglück schützen.

 

 

 

Segen bezeichnet einen Ritus, der die Förderung von Glück und Gedeihen oder die Zusicherung von Schutz und Bewahrung zum Ziel hat. Insofern ist er dem Glückwunsch vergleichbar: „Alles Gute zum neuen Jahr“ oder „Guten Rutsch!“ Er drückt die Hoffnung auf das Erreichen eines Zieles für sich selbst oder für einen anderen aus. Ein Segen funktioniert nur, wen der Gesegnete ihn auch annimmt. Dabei ist es egal, ob ich an eine göttliche Instanz glaube oder Agnostiker bin. Beim Haussegen ist es das Urvertrauen des Bewohners, der davon überzeugt ist, dass sein Leben glücklich verlaufen wird und er zufrieden leben kann, etwas, das für die Lebensführung unabdingbar ist. So wie der Kölner sagt: „Et hätt noch immer jot jejange“.