Postgeschichte Schleswig-Holstein  

Der Eisenbahnbau revolutioniert die Postbeförderung

 

Die König Christian VIII. Ostseebahn

Die erste Bahnlinie in Herzogtum Holstein wurde unter dem Namen Christian VIII. Østersø Jernbane (König Christian VIII. Ostseebahn) am 18. September 1844 eröffnet. Sie verband Altona mit Kiel. Der Anschluss Elmshorn – Glückstadt wurde am 20. Juli 1845 fertig gestellt.

Bevor die Altona-Kieler-Eisenbahngesellschaft die Genehmigung zum Bau der ersten Eisenbahnstrecke in Schleswig-Holstein erhielt, musste sie die Verpflichtung übernehmen, nach Fertigstellung der Strecke Briefe, Zeitungen und Postguter bis zum Gewicht von 600 Pfund kostenlos zu befördern. Nach der feierlichen Eröffnung der ,,König Christian VIII. Ostseebahn“ zwischen Kiel und Hamburg am 14. September 1844 nahm die Post ihre Arbeit auf dieser Strecke am 2. Oktober auf.

Wilhelm Sager: Postgeschichte Schleswig-Holsteins. Heide 2002, S. 53.

 

Ein Jahr später, am 18. September 1845, wurde die Postbeförderung zwischen Rendsburg und Neumünster mittels einer Anschlussstrecke aufgenommen.

 

 

 

 

Die Frederik VII. Südschleswigsche Eisenbahn

Die Bahnstrecke Flensburg–Husum–Tönning war die erste Eisenbahnstrecke im Herzogtum Schleswig. Am 1. April 1854 wurde die Strecke von Tönning bis zum damals wichtigen Bahnhof am Ochsenweg Holzkrug bei Flensburg provisorisch in Betrieb genommen; nach Fertigstellung eines Provisoriums des „Englischen“ Bahnhofs samt Hafenbahn in Flensburg folgte am 4. Oktober der offizielle Betrieb. Die Einweihung durch den König wurde am 25. Oktober desselben Jahres vollzogen.

Gleichzeitig wurde die wichtige Zweigstrecke von Oster-Ohrstedt über Klosterkrug (nahe Schleswig) nach Rendsburg in Betrieb genommen, die über die schon 1845 eröffnete Rendsburg-Neumünstersche Eisenbahn (RNE) Verbindung zur Altona-Kieler Eisenbahn herstellte. Eine Verlängerung nach Norden vom Holzkrug bei Flensburg bis Haderslev wurde erst am 2. Mai 1866 fertig gestellt.

Die Glückstadt-Elmshorner Eisenbahn wurde am 20. Juli 1845 eröffnete. Am 6. August 1857 konnte die Fortsetzung nach Itzehoe in Betrieb genommen werden.

 

 

Erster Fahrplan der Strecken von Flensburg nach Tönning und von Oster-Ohrstedt nach Rendsburg

 

Post- und Eisenbahnkarte Deutschland 1851, Ausschnitt mit den Herzogtümern Schleswig, Holstein und Lauenburg

 

 

 

1854

 

Das Eisenbahnnetz in den Herzogtümern im Jahre 1861

 

Bahnkarte Deutschland 1861 (Ausschnitt mit den Herzogt. Schleswig, Holstein und Laubenburg)

 

Der Streckenausbau

Eröffnung       Strecke

18.9.1844        Altona-Kiel

20.7.1845        Elmshorn-Glückstadt

18.9.1845        Neumünster-Rendsburg (Glacis)

15.12.1846      Bergedorf-Boitzenburg (Mecklenburg)

Dez.46/Jan.47 Rendsburg (Glacis)-Obereider

15.10.1851      Büchen-Lauenburg

16.10.1851      Lübeck-Büchen

25.10.1854      Tönning-Flensburg

25.10.1854      Oster-Ohrstedt-Rendsburg (Nord)

17.5.1856        Rendsburg Eiderbrücke

15.10.1857      Itzehoe-Glückstadt

2.6.1858          Klosterkrug-Schleswig

15.4.1864        Flensburg-Rothenkrug

1.10.1864        Rothenkrug-Woyens

1.8.1865          Hamburg-Lübeck

30.9.1865        Altona-Schulterblatt

2.5.1866          Woyens-Hadersleben

31.5.1866        Neumünster-Neustadt

31. 5.1866       Kiel-Ascheberg

16. 7.1866       Schulterblatt-Hamburg

1.11.1866        Woyens-Wamdrup

19. 5.1867       Altona-Blankenese

26. 6.1867       Tingleff-Tondern

 

     

 

Eisenbahnen in Schleswig-Holstein 1844-1870

Erich Staisch: Der Zug nach Norden. 150 Jahre Eisenbahn-Verkehr in Schleswig-Holstein. Hamburg 1994, S. 147ff.